ein ruhiger Sonnentag
der zu blau strahlt
auf der Terrasse erstarrt
wird die Gefahr plötzlich real
mit abgrundtiefer Gewissheit
wird Atmen zum Warten
auf das gleißende Weiß
auf den Anfang vom Ende der Welt
Mediengefüttert wächst die Panik
fühle mich Jahre zurückversetzt
als ich zum ersten Mal entsetzt
den Flammenpilz erblickte
der Städte vernichtete
Angst speicherte die Bilder
nun, viele Jahre später
schnürt es mir die Kehle zu
das Wissen, sie sind irgendwo
diese schlafenden Flammen
bleibt zu hoffen, dass sie nie erwachen
an diesem Sonnentag
kühle ich die Angst, lenke mich ab
doch bleibt ein Rest Zukunftslosigkeit
wer bestimmt, wie viel Zeit der Welt bleibt?
Eine meiner schlimmsten Ängste war und ist die Atombombe. In der schlimmsten Phase meiner Angststörung konnte ich regelrecht die Bomben vor meinen Augen fallen und explodieren sehen. Ich fühlte eine ständige Todesangst, auch wenn Flugzeuge über mich hinwegflogen. Seit ich in der Therapie war, ist das besser, doch Medien und aktuelle Geschehnisse füttern die Panik und es fühlt sich an, als würden Ängste zurückkehren. Darüber zu schreiben, hilft.
