Ein Gedicht für Oma
heute sah ich deine Reflektion in einer rotglänzenden Christbaumkugel
deine Lippen rissig, doch glänzend vom Balsam, zu einem Lächeln verzogen
deine Hand auf einen Lebkuchen deutend, blaue Venenäste auf deinen Knöcheln
deine Augen an meinen Lippen hängend, nur für einen Moment
bevor die Schulter im Rücken mich weiterdrängt
Erinnerungsfetzen im Dampf davon schwebend
zwischen der Wärme von Tassen und der Kälte des Winters gefangen
das Versprechen von Vergessen
es schwebt über mir,
doch halte ich noch fest
jeden Augenblick
der ein Bild entstehen lässt
von dir

Dieses Gedicht ist im Rahmen meiner Aktion #schreibengegendieangst auf Instagram entstanden. Thema 43 lautet: „Angst davor, zu vergessen oder vergessen zu werden“. Texte jeder Art sind willkommen. Vielleicht schaust du auch einmal vorbei, lieber Leser? Ich würde mich freuen!