Wir müssen das nicht tun, sagt ANGST. Wir könnten umdrehen. Könnten zurückgehen. Könnten diese Idee vergessen und so tun, als hätte sie nie existiert. Denke nur daran, was alles passieren könnte.
Sie hat Recht.

Wir könnten umdrehen. Wir könnten zurückgehen. Zurück zu unseren vier Wänden, zu unseren Buchregalen und unseren Fenstern. Wir könnten von unserer Couch aus beobachten, wie die Wolken am Himmel weiterziehen. Von Kälte und Sturm abgeschirmt, könnten wir dort die Zeit vergehen lassen. Wir könnten.
Doch ich will nicht. Ich will nicht mehr auf der Stelle stehen. Oder sitzen.
Ich will mit den Wolken ziehen. Ich will irgendwo weißen Sand berühren. Ich will am Strand sitzen und den Wellen beim Kommen und Gehen zusehen, während die Sonne langsam untergeht. Ich will auf einen Vulkan steigen und von oben seinen Schatten sehen. Ich will in den großen Städten dieser Welt alle Desserts probieren. Ich will mich in einem U-Bahn System verlieren und mit Google-Maps den nächsten Buchladen finden.
All das schafft man nicht von der Couch aus.
Aber, sagt ANGST. Aber, was wenn?
Es gibt immer ein Was, wenn. Was, wenn es doch dieses, unser Flugzeug trifft? Was, wenn doch etwas passiert? Niemand kann uns sicher sagen, dass wir unser Ziel erreichen und all das bekommen, was wir hinter den Wolken liegen sehen.
Aber, sage ich. Wir haben nun mal nur dieses eine Leben. Alles ist möglich, nicht alles ist wahrscheinlich. Wir müssen uns entscheiden. Balancieren zwischen zwei Extremen: Nie aufbrechen oder Leben spüren? Wenn wir nun stehen bleiben, dann lassen wir die Wolken zu weit, zu lange ziehen. Und am Ende bleibt nur die Enttäuschung. Die Trauer um das, was hätte sein können.
Nein.
Es gibt kein Zurück, entscheide ich und schnalle mich an.

Dieser Text ist im Rahmen meiner Schreibchallenge #schreibengegendieangst auf Instagram entstanden.
Das Fliegen ist immer eine meiner schlimmsten Ängste gewesen. Ich habe mich überwunden und es hat sich gelohnt. Mittlerweile fliege ich immer wieder, auch allein und vor allem nach London, wo ich mich immer wohl fühle. Das Fliegen mag ich immer noch nicht so sehr, auch weil ich sehr empfindlich auf Turbulenzen oder Geräusche reagiere, aber es ist erträglich geworden.



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